2016-03-17 Schleswiger Nachrichten - Freibad bekommt neuen Sprungturm

Schleswiger Nachrichten - Donnerstag, 17.03.2016

Freibad bekommt neuen Sprungturm

Kropp: Gemeinde und Wasserfreunde investieren rund 25 000 Euro in eine neue Anlage / Streit über Schwimmen im Burkini

Kropp

„Die gute Nachricht: Wir öffnen wieder“, sagte Willibald Gabler (AWK), vom Kropper Sozial- und Sportausschuss, bei der Sitzung der Gemeindevertreter. Das modernisierte Freibad wird im Frühjahr auf machen, „die Badesaison 2016 ist gesichert“, ergänzte er.

Bis es so weit ist, sind noch einige Arbeiten zu erledigen. Bereits fertig ist die Grundüberholung der Umkleide- und Duschräume, bei der neue Decken eingezogen und die Duschen erneuert wurden, damit das „Tröpfeln“ ein Ende hat. Die Fliesenarbeiten am Becken dauern noch an, werden aber rechtzeitig zur Saisoneröffnung am 1. Mai abgeschlossen sein. Durch den Bauhof wurde der alte Heizkessel entsorgt. Dieser war zwar nicht mehr in Betrieb, hing aber noch im Heizkreislauf mit drin und belastete somit das Heizsystem des Bades. Fast drei Tonnen Altmetall verließen damit das Freibad.

Die größte Neuerung kommt erst noch: Die Gemeindevertreter beschlossen einstimmig, einen neuen Drei-Meter-Sprungturm aufstellen zu lassen. Nachdem am letzten Freitag feststand, dass die ortsansässige Firma Alnikusta nicht so schnell liefern und auch keine so wetterfeste Sprunganlage bauen kann, wurde nach einer Alternative gesucht. Gefunden wurde sie im Unternehmen Wassertechnik Roßkothen aus Marl, das den Turm aus chlorresistentem Edelstahl für rund 24 500 Euro anbietet.

Dass die Gemeinde nur 18 000 Euro zahlt, liegt an der Unterstützung des Vereins „Wasserfreunde Freibad Kropp“, der Spenden über 6500 Euro gesammelt hat. Unter den Spendern sind neben den Mitgliedern wie Uschi Hoffmann und Otto Wigge, auch verschiedene Unternehmen wie die Malerei Rasch, Schlachterei Hartwich, Zimmerei Weickelt, das Grüne Warenhaus Hillgruber, die Schleswiger Volksbank und der Maler Stefan Ehrlich.

Ebenso einstimmig wurde der Aufbau eines 33 000 Euro teuren Kassenautomaten beschlossen. Er soll rechzeitig vor Saisonbeginn aufgestellt werden. Während dadurch Kosten für eine zweite Kassenkraft eingespart werden, sollen die Nutzer des Freibads künftig mehr zahlen. Man sei in vielen Fällen günstiger als die Umlandgemeinden gewesen und habe daher leichte Anpassungen vorgenommen, sprach Gabler von einem „guten Kompromiss“. So kostet die Saisonkarte für Erwachsene statt 65 nun 80 Euro. Neu ist eine Familientageskarte (zwei Erwachsene, zwei Kinder) ab 10 Euro. Zwei Erwachsene (mit oder ohne Kind) zahlen gemeinsam pro Saison 155 Euro.

Auch die Öffnungszeiten verändern sich. In Mai und September ist am Wochenende von 10 bis 19 Uhr geöffnet. Im Juni verkürzt sich die Öffnungszeit auf 6 bis 9 und 14 bis 20 Uhr wochentags sowie auf 10 bis 19 Uhr an Wochenenden und Feiertagen. Darüber hinaus wolle man die Öffnungszeiten witterungsbedingt flexibel handhaben, ergänzte Willibald Gabler.

Mehr Diskussion gab es vor der Verabschiedung einer neuen Haus- und Badeordnung für das Freibad. Bei Jürgen Selck (SPD) regte sich Widerstand gegen die Formulierung, dass neben Badehose, Bikini und Badeanzug auch der sogenannte „Burkini“, ein Schwimmanzug für muslimische Frauen, der außer Füßen, Händen und dem Gesicht den ganzen Körper bedeckt, zur „üblichen Badebekleidung“ gehöre. Vielmehr sei dieser eine „Diskriminierung von Frauen“, meinte er. Aus der CDU-Fraktion kam als Gegenargument, dass Frauen den Burkini auch freiwillig tragen könnten. Am Ende blieb der Burkini Teil der neuen Badeordnung.

Weiteres in Kürze:

Auf den Jugendsportplätzen an der Norderstraße wird ein Nachtlandeplatz für Rettungshubschrauber eingerichtet.

Das Bauleitplanverfahren für eine Photovoltaik-Anlage auf der Kiesabbaufläche Mielberg wurde aufgrund des langen Stillstandes – ein Investor war abgesprungen – eingestellt.

Als Ausgleich für den Knick, der dem Baugebiet nördlich des Rheider Weges zum Opfer fällt, bietet die Agentur ecodots GmbH einen Geestknick in Nordfriesland zum Preis von 69,50 Euro pro Meter an. Für den 150 Meter langen Knick ist ein Ausgleich von 300 Metern notwendig. Kosten: rund 25 000 Euro.

Die Wahl von Christoph Pautz zum Gemeindewehrführer wurde bestätigt und er vereidigt.

Für den Bauhof wird eine Kehrmaschine (108 000 Euro) mit Maschinenbruchversicherung (83 Euro/Monat) gekauft.

wow/kra